Nachdem die Gastwirtschaft in Westerholt 1991 geschlossen worden war, suchte man nach einem Versammlungsraum im Ort. Am Anfang wollte der Bürgerverein Westerholt (BV) mit dem Verein „Museum Alte Ziegelei Westerholt“ bei der Ziegelei einen gemeinsam genutzten Raum konzipieren. Aufgrund der verschieden gelagerten Interessen und der Auflagen aus dem Denkmalschutz wurde vom BV 1999 beschlossen, im Sängerbusch ein eigenes Gebäude zu errichten.

Der Männergesangverein Westerholt, gegründet 1909, gehört dem Sängerbund Concordia an. Jeder Gesangverein hatte etwa alle 12 Jahre das Bundessängerfest dieses Sängerbundes auszurichten. 1934 war dies für den Gesangverein Westerholt das erste Mal. Die Auftritte aller Chöre wurden damals unter den Eichen auf dem Hof von Friedrich Wellmann durchgeführt. Nach dem Krieg war 1954 das zweite Bundessängerfest in Westerholt und 1967 wurde im Festzelt auf Stövers Weide das dritte Sängerfest durchgeführt.

In zahlreichen mittelalterlichen Urkunden ist der umfangreiche Westerholtsche Besitz in der Gemeinde Wardenburg nachweisbar. Der Haupthof in Westerholt wurde im Laufe des Mittelalters geteilt, neben der heutigen Wellmann-Stelle (Ammerländer Straße 75) entstand ein zweiter Hof auf dem heutigen Gelände zwischen der Maschinenfabrik Atlas-Copco und dem Dorfgemeinschaftshaus. Der erste uns überlieferte Besitzer dieses Hofes war Gerdt zu Westerholt, dessen Nachfahren den Familiennamen Gerdes erhielten. Er wurde 1566 hier als Vollmeier erwähnt. 1794 war Dirk Gerdes der letzte der Familie auf dem Hof.

Hoes
Der Kaufmann Klaus-Gerd Hoes übernahm 1946 die UNIMOG-Generalvertretung für das Weser-Ems-Gebiet von der Daimler-Benz AG. Die Geschäftsräume befanden sich zunächst noch auf dem Bauernhof in Oberlethe.

„UNIMOG“ leitete man aus den Wörtern UNIversales MOtorGerät ab. Er wurde ab 1946 entwickelt und zunächst bei der Werkzeugmaschinenfabrik Böringer in Göppingen gebaut. Als Markensymbol war ein U als stilisierter Stierkopf auf der Haube. Erst 1951 übernahm Mercedes-Benz den Bau des Unimogs; statt einem U wurde der Mercedesstern auf dem Kühler angebracht.

Bevor in Westerholt eine Schmiedebetriebsgenossenschaft eingerichtet wurde, mussten alle Westerholter Bauern zur Schmiede nach Wardenburg oder nach Oberlethe zu Braje, der teuer war. Die Schmiede Pöpken in Oberlethe wurde erst später eröffnet.
Die Landwirte aus Westerholt gründeten deshalb 1926 eine Schmiedegenossenschaft. Zu den Gründungsmitgliedern gehörte Heinrich Stöver, Großvater des jetzigen Heinrich (Heinz) Stöver, Ammerländer Straße 66. Insgesamt hatten sich 20 Landwirte zusammengetan. Das Haus, Ammerländer Straße 88 war Eigentum der Genossenschaft. Der Schmied musste für die Schmiede eine Miete abgeben.

1926 baute Schuhmacher Gerd Martens (*26.03.1884, †12.02.1968) an der Ammerländer Straße 77 ein kleines Haus mit Schusterwerkstatt und kleinem Stall. Gerd Martens war in Westerholt geboren und wohnte mit seiner Frau vor dem ersten Weltkrieg einige Jahre in Oldenburg.

Gerd Martens fertigte Maßschuhe an, reparierte Schulranzen, Schuhe und diverse Ledersachen. Aus den bei Willers gekauften Holzschuhen arbeitete „Schoster Gerd“ „Stiefel-Holschen“, indem er einen Lederschaft auf den Holzschuhen anbrachte. Diese Stiefel waren nahezu wasserdicht.

Kaufmann Heinz Willers übernahm von seinem Vater die Gastwirtschaft und den Laden an der Ammerländer Straße 63.
Die Einkaufsgewohnheiten haben sich immer wieder geändert. Heinz sein Großvater hatte noch an der Ammerländer Straße 61, neben der Gastwirtschaft, einen Kolonialwarenladen betrieben. Hier konnte die Dorfbevölkerung die Dinge kaufen, die sie nicht selber herstellen konnten wie z.B. Zucker, Kaffee, Tabak, Reis, Kakao, Gewürze und Tee. Das Sortiment im Laden wurde nach und nach vergrößert. Aus dem Kolonialwarenladen wurde ein Gemischtwarenladen. 1931 baute sein Vater Heinrich Willers an der Ammerländer Straße 63 eine Gastwirtschaft mit Saal und einem größeren Laden.

Zum Seitenanfang
JSN Boot template designed by JoomlaShine.com